Selbstbewusstsein stärken – Selbstvertrauen gewinnen

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Das Wort Selbstbewusstsein wird häufig mit Selbstvertrauen gleichgesetzt. Kennen Sie den Unterschied? Wie wichtig ein erhöhtes Selbstbewusstsein für das Selbstvertrauen ist und wie man beides stärken kann, lesen Sie hier. 

Man stelle sich folgende Situation vor: Eine neue Arbeitskollegin beginnt ihren ersten Arbeitstag im Team. Stilvoll gekleidet tritt sie souverän und freundlich auf. Sie wirkt unabhängig, ist nicht schüchtern und strahlt Stärke aus. Der Gedanke „eine selbstbewusste Frau“ geht den anderen Mitarbeitern durch den Kopf. Ist sie das per Definition tatsächlich oder haben wir womöglich eine falsche Vorstellung von Selbstbewusstsein?

Selbstbewusstsein ist nicht gleich Selbstvertrauen

Wir verbinden vor allem Stärke, Intelligenz, Größe, eine selbstsichere Körpersprache und vielleicht sogar eine gewisse Härte oder Coolness mit dem Wort Selbstbewusstsein. Jemand, der weiß, was er will und es sich auch traut zu sagen. Jemand, der die Kontrolle über sich und die Situation hat – bei der Präsentation im Zoom-Meeting, beim Geschäftsessen mit neuen Kunden, bei einem Vortrag vor Hunderten von Leuten.

Spricht man von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gerät man mit den Definitionen und den dazugehörigen Bildern im Kopf schnell durcheinander. Sieht man sich das Wort „Selbstbewusstsein“ aber genauer an, findet man auch die Definition darin: sich seiner Selbst bewusst sein. Was nichts anderes bedeutet als: Man weiß, wer man ist, was man denkt, wie man fühlt und handelt – und WARUM man so ist, so denkt, so fühlt und so handelt. Selbstvertrauen hingegen ist, wenn man seinen eigenen Fähigkeiten vertraut. 

Neues lernen – kein Problem!

Ein Beispiel soll den Unterschied verdeutlichen: Man möchte berufsbedingt Russisch lernen. Man ist sich vollkommen bewusst, dass man dies aus freien Stücken tun will, weil es die Karrierechancen für den ausgeschriebenen Posten erhöht und man immer schon Interesse an der Sprache hatte. Man ist sich auch bewusst, dass man die nächsten Monate Vokabeln lernen und im Alltag extra Zeit dafür einkalkulieren muss. Man ist sich damit seiner Selbst und den Gedanken und Handlungen zu dem Vorhaben bewusst. 

Dennoch kann es sein, dass man sich der Aufgabe nicht zu 100 Prozent gewachsen fühlt. Dass man sich es also nicht zutraut, in den nächsten Monaten eine so herausfordernde Sprache zu lernen. Alte Glaubenssätzeaus der Schulzeit, wie: „Ich bin kein Sprach-Genie und habe mir schon immer schwer getan mit Fremdsprachen“ tauchen auf. So viel Zeit für die neue Aufgabe hat man ja dann auch nicht. Ob das was wird? Unsicherheit macht sich so langsam breit. Und plötzlich traut man sich nicht mehr zu, das angestrebte Ziel zu erreichen – das nötige Selbstvertrauen fehlt. Denn hätte man genug Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten, könnte man solche Gedanken leichter ignorieren und zu sich selbst sagen: „Hey, ich habe schon größere Herausforderungen gemeistert. Ich werde das schaffen. Ich glaube an mich!“

Leider nehmen aber negative Gedanken und die eigene Unsicherheit oftmals über und eine Gedankenspirale nach unten beginnt. Mit Gedanken wie „Das wird sicher mühsam“, „Na, ob ich mir die ganzen Vokabeln merken werde“ startet man in sein neues Vorhaben. Kommt jetzt noch ein Erlebnis des Misserfolgs hinzu, denkt man sich: „Ich wusste es ja, dass ich das nicht kann“. Das negative Selbstbild wird somit bestätigt und das Selbstvertrauen erst recht nicht gestärkt.

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Wie Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen miteinander zusammenhängen

An dem vorangegangen Beispiel sieht man auch ganz genau, wie sich ein mangelndes Selbstbewusstsein auf ein geringes Selbstvertrauen auswirkt. Anders gesagt: Sind uns unsere Schwächen bewusst sowie unsere Absichten hinter unseren Taten bekannt, können wir an unserem Selbstwert, unserem Selbstvertrauen und unserer Selbstliebe besser arbeiten. Der Weg zu mehr Selbstvertrauen beginnt also immer beim Selbstbewusstsein und dem Erkennen der eigenen Bedürfnisse sowie der Frage: „Wer bin ich wirklich?“

Die Reise zu sich selbst

Seit Urzeit denken Menschen unterschiedlich, sie handeln unterschiedlich und sie machen unterschiedliche Erfahrungen. Knappe acht Milliarden Menschen gibt es auf der Welt und jeder von ihnen ist anders. Sie alle haben ein Bild von sich, das Selbstbild. Nur wer bestimmt dieses Bild? Wie sehen Sie sich denn selbst? 

 

Eines der entscheidenden Dinge, die man über das Selbstbild wissen sollte, ist, von wem es geformt und bestimmt wird. Es gibt Menschen, die haben eine gute Verbindung zu sich selbst und daher eine realistische Selbsteinschätzung. Bekommen solche Menschen beispielsweise von jemanden zu hören, dass sie faul und unmotiviert sind, überprüft derjenige mit der realistischen Selbsteinschätzung und dem gesunden Selbstbewusstsein diese Aussage, ob das der eigenen Wahrheit entspricht und lässt sich dadurch von außen nicht in seinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen beeinflussen. 

 

Manche Menschen orientieren sich wiederum ständig an den Meinungen und Gedanken anderer. Sie halten an dem Bild fest, das andere über sie haben. Dabei sind das ja nur die Wahrnehmung und die Gedanken des anderen. Viele empfinden das Bild, das der andere auf einen selbst projiziert, aber als wahr und am Ende entsteht ein verschobenes Selbstbild. Wie sagte Jon Kabat-Zinn, der Pionier der westlichen Achtsamkeitslehre, so schön:

„Wenn du Menschen ansiehst, frage dich, ob du sie wirklich siehst oder nur deine Gedanken über sie.“

Das Zitat kann man auch aus der umgekehrten Perspektive betrachten. Sieht dich der Mensch wirklich oder projiziert er nur seine Gedanken über dich auf dich? Jemand, der ein gesundes Selbstbewusstsein und eine gute Wahrnehmung hat, erkennt den Unterschied. Dazu muss man aber auch ein realistisches Selbstbild von sich entwickeln. 

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Vom Selbstbild zu mehr Selbstvertrauen

Wir alle wollen ein leichteres Leben, zufriedener und glücklicher sein. Das funktioniert in erster Linie aber nur, wenn wir authentisch leben. Wenn wir uns nicht verstellen, wenn wir nicht einer konstruierten Idealvorstellung hinterherjagen. Viele Menschen messen sich zu sehr am außen und möchten jemand anderer sein. Dabei passt das oft nicht zu deren Persönlichkeit und deren Fähigkeiten. Viele wissen auch nicht, was sie wollen, weil sie zu wenig auf ihre Gefühle und ihre innere Wahrheit hören. Stattdessen sind sie jeden Tag im Hamsterrad gefangen und haken ohne sich zu hinterfragen ihre To-Do-Liste ab – bis der neue Tag beginnt. 

 

Die Reise zu sich selbst und im Endeffekt zu mehr Selbstvertrauen beginnt damit, sich zu fragen: „Wer bin ich wirklich? Was habe ich für Talente und wer möchte ich in 15 Jahren sein. Sprich, in welche Richtung möchte ich mein Selbst entwickeln?“ Ausgehend davon muss man aber wissen, wo die Reise beginnt, also wer man jetzt ist. 

Dazu hilft das Selbstbewusstsein. Das Erkennen des eigenen Selbst, dem Selbstbild. Sich seiner selbst in jedem Detail seines Lebens immer mehr bewusst sein – wie bereits angesprochen betrifft das die eigenen Gedanken, Handlungen, Gefühle und Wünsche. Weiß man schließlich wer man ist, was man vom Leben will und was nicht, weiß man, wo seine Stärken und Schwächen liegen und das nützt einem, sein Selbstvertrauen zu stärken. Denn je mehr man an seinen Glaubenssätzen, inneren Bildern und Blockaden, aber auch an der Selbstliebe arbeitet, desto mehr gewinnt man an Vertrauen in die Welt und in sich selbst und seinen Talenten. Das Leben wird leichter, wenn wir lieben und vertrauen. 

Tipps für mehr Selbstbewusstsein und mehr Selbstvertrauen

Tipps für mehr Selbstbewusstsein

Mehr Selbstbewusstsein entwickelt man, wenn man beginnt, seine eigenen Gedanken und Gefühle zu beobachten – mit Distanz, auf einer Metaebene quasi und zwar am besten wertfrei, als reiner Beobachter. Nur so werden einem die Gedanken, die man über die Welt und sich selbst hat, bewusst. Bewusstheit ist der erste Schritt, Gewohnheiten und Muster zu erkennen, um sie dann ändern zu können. 

Dazu sieht man sich auch die inneren Dialoge an, die man mit sich selbst führt. Wie geht man mit sich selbst um? Ist das liebevoll und wertschätzend oder sind das eher Sätze wie: „Du Idiot, hast das schon wieder nicht hinbekommen“, „Du bist einfach zu schüchtern dafür“ oder „zu blöd“, „zu wenig talentiert“, etc. Beginnt man, mit sich selbst positiver zu sprechen, beginnt man sich auch mehr zuzutrauen. Traut man sich mehr zu, werden einem andere Menschen auch mehr zutrauen. Das stärkt dann wiederum das eigene Selbstvertrauen. 

Tipps für mehr Selbstvertrauen

  • Machen Sie eine Liste von den Dingen, die Sie bisher schon geschafft haben. Beruflich wie privat, aber mit dem Fokus, dass es sich dabei um Dinge handeln soll, die Sie Überwindung oder Mut gekostet haben oder wo Sie sich nicht sicher waren, ob es klappen wird. So stärkt man seine Ressourcen und macht sich bewusst, was man alles geschafft hat und damit auch noch schaffen kann. 
  • Nehmen Sie sich kleine Ziele vor. Wenn man zunächst kleine Vorhaben in Angriff nimmt und schafft, verzeichnet man Erfolgserlebnisse und kann sich langsam steigern. Und mit der Zeit schafft man auch die großen Vorhaben. Wenn man beispielsweise eine Million in ein neues Unternehmen investiert und das Vorhaben scheitert, ist der Verlust und das Misserfolg-Erlebnis größer als wenn man 1000 Euro in ein neues Website-Projekt steckt, das vielleicht erfolglos bleibt. Sich konstant kleine Ziele zu stecken fördert unsere Disziplin und erzeugt in unserem Gehirn Glücksgefühle, da wir viele, kleine Erfolgserlebnisse verzeichnen. Das wiederum motiviert uns, neue Erfolgserlebnisse zu generieren. Das kann schon damit beginnen, dass man einfach nur jeden Tag zur selben Zeit aufsteht oder die gleiche Morgenroutine über Wochen durchhält oder 20 Minuten täglich meditiert. Fangen Sie klein an und wachsen Sie mit der Zeit.
  • Machen Sie nur Tätigkeiten, die wirklich zu Ihnen passen. Machen Sie nichts, um jemanden zu gefallen, den Vorstellungen Ihres Umfelds oder Ihrer Familie gerecht zu werden oder weil es die Gesellschaft verlangt. Bleiben Sie bei sich. Das klappt dann vor allem gut, wenn man sein Selbstbewusstsein trainiert und einem die Gründe, warum wir etwas tun, bewusst werden. 
  • Ändern Sie die inneren Dialoge mit sich selbst und praktizieren Sie Selbstliebe. Behandeln Sie sich selbst wie einen guten Freund und hören Sie auf mit Verurteilungen und Bestrafungen gegen sich selbst.

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Jens Wolff
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Karrierecoaching und Persönlichkeitsentwicklung

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