Sie können sich einfach nicht entscheiden? Wie Sie mit 5 einfachen Methoden lernen, schwierige Entscheidungen zu treffen

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Soll ich den Job wechseln oder nicht? Soll ich eine Führungsposition anstreben oder nicht? In welches Unternehmen soll ich wechseln, welche Position möchte ich dort erreichen?

Viele Menschen haben große Probleme, solche Fragen für sich zu entscheiden. Aus Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, bleibt die Sache bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ungelöst – oder, bis uns jemand anderes die Entscheidung abnimmt. Ob sie dann in unserem Sinne beantwortet wird? Möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Welche Ängste stecken hinter der Ohnmacht, Entscheidungen treffen zu können? In erster Linie ist es die Unsicherheit, die daraus resultiert, dass es für solche Entscheidungen keine objektiven Indikatoren gibt. Wann ist es tatsächlich Zeit den Job zu wechseln?

Ist es eigentlich wirklich so schlimm oder muss ich mich nur mehr anstrengen, mehr zusammenreißen? Ist es woanders überhaupt besser? Solche und ähnliche Fragen quälen und lähmen uns oft monate- oder gar jahrelang – in der Zwischenzeit steigt der Leidensdruck.

Lernen Sie die Hintergründe Ihres Zögerns kennen.

Und vor allem: Lernen Sie, schwierige und wichtige Entscheidungen künftig mit mehr Leichtigkeit zu treffen.

Entscheidung treffen was zuerst machen

Warum kann ich keine Entscheidung treffen? Das macht es für uns schwierig

Ein Journalist fragte einst den Visionär Elon Musk, welches Problem das schwierigste war, das er je gelöst hatte.

Nach einiger Bedenkzeit erzählte Musk, dass sein schwierigstes Problem bis jetzt noch ungelöst blieb. Welches das ist, fragen Sie sich?

Das fragte auch der Journalist. Und Musk antwortete, dass er nach wie vor täglich vor dem Problem stehe, wie er jeden Tag seine verfügbare Zeit und Energie auf welche Projekte einteilen soll. 

Entscheidungen sind schwierig. Doch wenn wir gute Entscheidungen treffen, wird uns das Leben besser gelingen.

Was uns davon abhält? In erster Linie die Angst, etwas falsch zu machen. Was denken dann die anderen? Vor allem die Perfektionisten unter uns gestehen sich in solchen Dingen keine Fehler zu.

Wir sind uns unsicher, ob die Entscheidung den gewünschten Erfolg bringt und ob der mögliche Erfolg das Risiko wert ist. Deshalb machen wir meistens erst einmal gar nichts und warten ab.

Schwierige Entscheidungen begegnen uns in allen Lebensbereichen

Die Schwierigkeit, Entscheidungen zu treffen, kennen wir nicht nur aus unserer Beratungspraxis, sondern auch aus eigener Erfahrung.

Als ich, Jens, 2005 meinen gut bezahlten und sicheren Job im Mediengeschäft verlassen habe, wusste ich nicht ganz genau, wo ich hinwollte.

Mein Ziel war nicht klar, ich wusste nur: Es musste „etwas anderes“ sein. Die Entscheidung war begleitet von vielen schlaflosen Nächten und hat sich über drei Monate gezogen. Würde es gutgehen? Würde ich genug Geld verdienen?

Rückblickend gesehen hätte ich die Entscheidung leichter treffen können, wenn ich mehr Distanz dazu gehabt hätte und die Situation objektiver beurteilt hätte.

Es wäre auch leichter gegangen, wenn ich mit anderen Menschen darüber gesprochen hätte, statt zu denken, ich müsste alles mit mir selbst ausmachen.

Prozess der Entscheidungsfindung

Was braucht man also, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können?

In erster Linie: genug Informationen. Oft sehe ich Klienten, die sich mit einer Entscheidung plagen, obwohl sie noch nicht genug wissen, um sie fundiert treffen zu können. Fakten, Gespräche, Erfahrungen, Videos, Bücher – all das kann hilfreich sein.

Vor allem mit Menschen zu sprechen, die älter sind und/oder mehr Erfahrung haben, hat sowohl mich als auch viele meiner Klienten immer wieder bei der Entscheidungsfindung vorangebracht.

Hilfreich ist es, Entscheidungen in einen größeren Kontext einzubetten. Dafür stellen wir uns die Frage, ob eine bestimmte Entscheidung uns unserem langfristigen Ziel näherbringt.

Das langfristige Ziel leitet sich aus der Frage ab: Wer möchte ich in zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren sein? Und dann überlegen wir uns: Bringt mich die anstehende Entscheidung diesem langfristigen Ziel näher oder nicht?

Und dann ist es noch wichtig, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen. Wir empfehlen immer, sich das Worst-Case-Szenario vorzustellen: Was ist das Schlimmste, was aus meiner Entscheidung entstehen könnte? Kann ich dieses Worst-Case-Szenario akzeptieren?

Sie werden sehen:

Oft ist das Worst-Case-Szenario nicht so viel schlimmer als die aktuelle Situation, die wir verändern wollen. Wenn wir aus einem Leidensdruck heraus unsere Lebenssituation ändern möchten, überwiegen meist die Chancen.

Was Sie tun können, um wichtige Entscheidungen zu treffen - diese Bedingungen müssen passen

Sehen Sie mehr nach innen als nach außen

Auch wenn wir uns für verstandesorientierte, rationale Wesen halten:

Gefühlszustände beeinflussen unsere Entscheidungsfindung stärker, als die meisten von uns ahnen. Treffen Sie daher wichtige Entscheidungen nur dann, wenn es Ihnen gutgeht: möglichst ausgeschlafen und entspannt. Vergleichen Sie nur einmal Ihren inneren Zustand nach einer guten Sporteinheit mit dem nach einer langen Nacht.

Selbst entscheiden

Reden Sie mit vielen, aber entscheiden Sie selbst. Hören Sie sich unbedingt fremde Meinungen an, doch übernehmen Sie sie nicht ungeprüft für sich. Zu oft wollen wir es vor allem anderen recht machen, doch jeder lebt sein Leben selbst und übernimmt die Verantwortung für seine Entscheidungen.

Sich genügend Zeit lassen

Sicher: Eine unbeantwortete Frage, eine noch nicht getroffene Entscheidung rauben uns Nerven, manchmal sogar den Schlaf. Wir wollen endlich eine Antwort finden und das Thema innerlich abhaken. Doch wenn es eine gute Entscheidung sein soll, braucht sie Zeit.

Gute Entscheidungen werden mit dem Verstand und auch aus dem Gefühl getroffen. Beides braucht Zeit und immer wieder Phasen der Ruhe.

Sich selbst vertrauen und Fehler in Kauf nehmen

Vor allem die Perfektionisten unter uns tun sich mit Entscheidungen oft schwer, weil sie es sich nur schwer zugestehen können, auch mal falsche Entscheidungen zu treffen und Fehler zu machen.

Vertrauen Sie sich selbst:

Vieles haben Sie doch in Ihrem bisherigen Leben schon richtig entschieden – sonst wären Sie nicht an dem Punkt, an dem Sie jetzt sind. Und war es nicht auch manchmal so, dass sich erst viel später gezeigt hat, was eine gute Entscheidung war?

Hat sich aus zunächst negativ beurteilten Situationen nicht auch immer etwas Gutes entwickelt? Mit diesem Vertrauen treffen Sie nach bestem Wissen und Gewissen, nach gründlichem und ausreichend langem Überlegen Ihre Entscheidung – und sie wird auf die eine oder andere Weise gut für Sie sein.

Und so können Sie es umsetzen: 5 Methoden, damit Ihnen Entscheidungen zu treffen künftig leichter fällt

Hier wollen wir Ihnen einige konkrete Methoden vorstellen, die bei der Entscheidungsfindung helfen können – für Entscheidungen, die Sie Ihren langfristigen Zielen näher bringen und die Sie später nicht bereuen.

1. Die 15-Jahre-Frage

Anders als bei der Klassiker-Frage aus Vorstellungsgesprächen: „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“, stellen wir am liebsten die Frage “Wer möchtest Du in 15 Jahren sein?”

Der Beruf ist dabei eine wichtige Facette, aber nur eine von mehreren. iese Frage ist sehr hilfreich, wenn es darum geht, seine langfristigen Ziele zu klären. Kreieren Sie ein Bild von der Person, die Sie in 15 Jahren sein möchten.

Wer wollen Sie sein?

Das meint: Wie möchten Sie denken, worauf möchten Sie zurückschauen, nach welchen Werten und Prioritäten möchten Sie leben.

Wenn Sie dieses Bild für sich und von sich geschaffen haben, können Sie sich das dazu passende Leben Ihres zukünftigen Ichs ausmalen:

welchen Beruf werden Sie haben, wo und wie werden Sie wohnen, wie sieht ein typischer Tag in Ihrem Leben aus, wie sehen Sie physisch aus? Es kann durchaus einige Zeit dauern und mehrere Anläufe benötigen, bis Sie dieses Bild von sich haben und die Vorstellung von Ihrem künftigen Wunsch-Ich auch konstant bleibt.

Doch nehmen Sie sich die Zeit, denn dieses Bild wird Ihr Leuchtturm sein, der Ihnen bei wichtigen Entscheidungen den richtigen Weg erhellt.

Denn bei jeder anstehenden Entscheidung können Sie sich die Frage stellen, wie Ihr Wunsch-Ich in 15 Jahren sie treffen würde. Und wenn Sie nicht sicher sind, fragen Sie sich, welcher Weg Sie Ihrem Zielbild näherbringt.

Diese Methode verwenden wir in unseren Coachings sehr häufig und haben damit schon vielen Klienten bei Ihrer Entscheidungsfindung helfen können.

2. Die Look-Alike-Methode

Die Look-Alike-Methode basiert auf dem unserer Meinung nach sehr sinnigen Satz „Nimm nur Rat von Menschen an, die bereits dort sind, wo du hinmöchtest.“ Nutzen Sie alle Ihnen zur Verfügung stehenden Quellen, um an Informationen über Menschen zu kommen, die Ihre Entscheidung besser machen können.

Aus dem „echten Leben“ können das Bekannte, Verwandte, Kollegen sein. Suchen Sie aber auch online, z. B. in Blogs, Foren oder auf YouTube und lesen Sie Biografien von Menschen, die etwas gemacht haben, worüber Sie auch nachdenken.

Wenn Sie eine gewisse Sammlung an Menschen gefunden haben, die schon vor Ihnen in dieser oder einer ähnlichen Situation waren, suchen Sie diejenigen heraus, die Ihnen ähnlich sind.

Dies sind Ihre Look-Alikes. Was genau berichten diese Menschen? Wollen Sie dorthin kommen, wo diese Menschen jetzt sind?

3. Die Waage

Die Waage-Methode hilft uns, zwei Alternativen gegeneinander abzuwägen. Sie ist vor allem für Menschen geeignet, die kinästhetisch sensibel sind.

Ob Sie das sind, erkennen Sie daran, dass Sie beispielsweise oft Ausdrücke nutzen wie „Ich spüre, das fühlt sich soundso an“.

Typisch für kinästhetische Menschen ist außerdem, dass sie gerne gutes Essen genießen und Geselligkeit schätzen.

Um die Waage-Methode zu nutzen, gehen Sie folgendermaßen vor: Setzen Sie sich bequem hin und schließen Sie die Augen.

Nach einigen tiefen Atemzügen strecken Sie Ihre Arme locker vor sich aus – also nicht gestreckt, sondern leicht angewinkelt. Sie sollten die Arme einige Zeit in dieser Position halten können.

Sonst stützen Sie sich auf einen Polster oder Ihre Knie, das geht auch.

Stellen Sie sich vor, auf der rechten Hand läge die eine Variante der anstehenden Entscheidung. Spüren Sie hin: Wie fühlt sich das an? Wie schwer? Wie ist die Oberfläche? Welches Bild erscheint vor Ihrem geistigen Auge?

Wenn sich für diese Entscheidungsoption ein Gefühl einstellt, machen Sie für die linke Hand das Gleiche mit der alternativen Antwort auf die zu entscheidende Frage. Spüren Sie auch hier genau hin und nehmen Sie sich Zeit, bis die unterschiedlichen Wahrnehmungen deutlich werden. So nähern Sie sich Ihrer Entscheidung an: Welche Hand fühlt sich besser an? Verlassen Sie sich auf Ihre Wahrnehmung.

Bonus-Tipp: Sie können die Hände auch langsam aneinander annähern. Durch die Kombination entsteht oft eine Lösung, an die Sie noch gar nicht gedacht hatten.

4. Die klassische Pro-und-Kontra-Liste

Diese Methode ist nicht wahnsinnig originell, aber sie ist deswegen ein Klassiker, weil sie so gut zur Klärung beiträgt.

Schreiben Sie auf ein Blatt oben Ihre Frage und notieren Sie in zwei Spalten, was jeweils dafür und was dagegen spricht. Dies ist eine sehr rationale Methode, die auf der Annahme beruht, dass wir die besten Entscheidungen auf Basis logischer Argumente treffen.

Als einzige Methode der Entscheidungsfindung halten wir die Pro-und-Kontra-Liste für zu kurz greifend.

Ist es nicht vielmehr so, dass Entscheidungen vor allem auf Emotionen beruhen und unser Verstand im Nachhinein versucht, logische Argumente dafür zu finden?

Die Pro-und-Kontra-Liste ist aber auf jeden Fall eine große Hilfe dabei, logische Argumente nicht außer Acht zu lassen und ruhige, besonnene Entscheidungen zu treffen.

5. Erkenntnisse aus dem Ayurveda nutzen

In der traditionellen indischen Heilkunst werden Menschen grob in drei verschiedene Typen aufgeteilt. Seinen Ayurveda-Typ zu kennen kann bei der Entscheidungsfindung sehr hilfreich sein, weil jeder Typ eine andere Herangehensweise und andere Bedürfnisse hat, um zu guten Entscheidungen zu kommen.

Tipps für den Vatta-Typ wären beispielsweise, bei anstehenden Entscheidungen nicht gleich zuzusagen, sondern sich Zeit zum Überlegen zu nehmen.

Dem Pitta-Typen wäre zu empfehlen, zwar genug Informationen zu sammeln, aber nicht in „Analysis Paralysis“ steckenzubleiben.

Für den Kapha-Typ ist es wichtig, sich selbst klare Deadlines zu setzen und sich zuzutrauen, die Komfortzone aus lauter Bekanntem und Gewohntem zu verlassen.

Fazit

Viele Menschen haben Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen.

Dabei ist dies so wichtig für ein selbstbestimmtes Leben, das wir nach unseren Vorstellungen führen und das uns zufrieden macht. Die Gründe für Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung können ganz unterschiedlich sein.

Ganz unabhängig von Typ und Charakter würden wir Ihnen nahelegen, vor einer wichtigen Entscheidung genügend Informationen zu sammeln: sowohl äußere (Daten, Gespräche, Marktbeobachtung) als auch innere (Gefühle, Werte, Lebensplan).

Wägen Sie Chancen und Risiken gegeneinander ab und stellen Sie sich das Worst-Case-Szenario vor.

Vor allem aber: Überlegen Sie, wie Sie die Entscheidung Ihrem langfristigen Ziel näherbringt.

Wenn Sie dabei Unterstützung wünschen, können Sie gerne ein Gespräch mit uns vereinbaren. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre aktuelle Situation zu analysieren und zu überlegen, was nötig ist, damit Sie die für Sie beste Entscheidung treffen.

Wenn es um eine Entscheidung im beruflichen Bereich geht, empfehlen wir Ihnen außerdem unser E-Book 3 Schritte zu beruflicher Klarheit. Für private Entscheidungen kann Ihnen unser E-Book zur Work-Life-Balance weiterhelfen.  

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Jens Wolff
Jens Wolff

Karrierecoaching und Persönlichkeitsentwicklung

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