Angst besiegen und daran wachsen: hilfreiche Tipps

Was kann man machen, wenn man Angst hat?

Angst besiegen und daran wachsen

So kannst du dich deinen Ängsten stellen und an ihnen wachsen.

Warum haben wir eigentlich Angst? Um das zu verstehen, muss man sich unsere Entwicklungsgeschichte ansehen. Angst ist in erster Linie eine sinnvolle Reaktion auf eine Gefahr. Sie mobilisiert Energie, um für den Kampf oder die Flucht gewappnet zu sein. In späterer Folge sorgt sie dafür, dass wir in bestimmten Situationen, die uns riskant erscheinen, vorsichtiger werden. Früher betraf das gefährliche Tiere oder das Ausbrechen von Feuer. Heute ist es eher die Angst vor dem Versagen oder davor, vom Chef eine Rüge zu bekommen, die uns lähmt.

 

Übe dich im Hier und Jetzt

Die meisten Dinge, die uns heute Angst machen, sind nicht lebensbedrohend und die meisten Dinge, vor denen wir Angst haben, treffen auch nie ein, weil wir uns oft vor zukünftigen Ereignissen fürchten. Ein wichtiges Werkzeug gegen Angst, das jeder Mensch lernen kann, ist im gegenwärtigen Moment zu bleiben. Wenn wir nur im Jetzt sind und nicht an die Zukunft mit ihren Bedrohungen und auch nicht an die Vergangenheit mit unseren schlechten Erinnerungen denken, dann wird schon vieles einfacher!

Ich sitze jetzt zum Beispiel an meinem Schreibtisch und schreibe diesen Text. Wovor sollte ich mich fürchten? Dass ein Mammut ins Büro gestürmt kommt? Ich weiß, dass die Chance dazu nicht sehr groß ist und daher schließe ich es intellektuell aus. Aber was ist mit der Zukunft? Vielleicht wird eines meiner Kind krank oder ich werde eines meiner beruflichen Ziele nicht erreichen?

Es ist wichtig zu verstehen, dass wir in jeden Moment bewusst entscheiden können, worauf wir unseren Fokus richten. Richten wir ihn nur auf die Gegenwart, ist ganz selten Platz für Angst. Unser Warnsystem ist aber sehr sensibel und in der heutigen Zeit eher unterbeschäftigt und sucht deshalb gerne nach Problemen und Themen, vor denen wir uns fürchten können.

Je besser wir unseren Geist unter Kontrolle haben (zum Beispiel durch Meditation)desto mehr sind wir im Moment und desto weniger Platz geben wir der Angst.

 

Die Angst als Herausforderung

Natürlich gibt es Momente, vor denen wir Respekt haben und auf die wir uns vorbereiten möchten, zum Beispiel ein wichtiges Gespräch, einen Vortrag, eine Prüfung oder eine Situation, in der man das Gefühl hat, wenige Alternativen zu haben. Hier ist es sinnvoll, sich der Angst Schritt für Schritt zu nähern und sie genau kennenzulernen. Wovor genau habe ich Angst? Frage deine Angst, wozu sie da ist. Du kannst dich auch bei ihr bedanken und ihr sagen, sie war bisher sehr wichtig, jetzt kann sie sich aber eine Auszeit nehmen und vor der Türe Platz nehmen. Das klingt wie ein Witz, aber es funktioniert!

Kill das Monster, solange es noch klein ist.

Frage dich, was ist das Schlimmste, das passieren kann? Wenn wir Angst als etwas Hilfreiches sehen, statt als ein großes Monster, das das Steuer übernimmt, haben wir weniger Angst vor der Angst. Je früher wir sie erkennen und uns mir ihr beschäftigen, desto leichter kommen wir mit ihr klar.

Wir können Angst als Herausforderung sehen, die uns dabei hilft, uns weiterzuentwickeln. Von etwas Großem, vielleicht sogar Unmöglichem, wird die Angst zu etwas Interessantem, das uns dient und uns hilft.

 

Die Angst besiegen

Im nächsten Schritt ist es wichtig, die Angst an sich mit weniger Emotionen zu betrachten. Versuche der Angst neutral zu begegnen und dir anzuschauen, was will dir die Angst eigentlich sagen? Welche Botschaft steckt dahinter? Wozu war die Angst bisher gut? Brauchst du sie noch oder darf sie sich in etwas anderes verwandeln? Frage dich auch, wo du die Angst im Körper spürst. Vielleicht ist es ein Stechen im Herz oder Pochen im Kopf. Was macht die Angst mit dir und auf was will sie dich hinweisen?

Du kannst dir die Angst oder das Gefühl der Angst auch plastisch vorstellen. Welche Farbe und welche Form hat es? Leuchtet es vielleicht oder pulsiert es? Wenn du es dann siehst, kannst du es aus deinem Körper herausnehmen und nochmal genau betrachten. Dann beginnst du, es zu verändern. Gib der Angst eine andere Farbe, eine schöne Form und eine angenehme Textur. Nimm dir dafür ein paar Minuten Zeit und wenn sich die Angst gut anfühlt, kannst du sie wieder zurücknehmen.

Diese Übung hilft uns auch deshalb, weil wir erkennen, dass die Angst nur ein kleiner Teil von uns ist, aber nicht etwas Untrennbares, sondern mehr eine Art Kleid, das du ablegen oder anziehen kannst. Ängste sind Handlungsmuster, die wir unbewußt abspulen. Wenn wir sie oft genug wiederholt haben, identifizieren wir uns damit und denken, wir sind die Angst, das Muster, die Emotion. Wir beginnen, unsere Identität zu verändern, also das Bild, das wir von uns selbst haben. Wichtig ist zu verstehen, dass wir unabhängig von unseren Gefühlen und Gedanken existieren. Das bedeutet, du kannst entscheiden, ob du die Angst jetzt brauchst oder nicht. So gewinnst du immer mehr Abstand zur Angst, sie wird kleiner und harmloser.

Geh dorthin, wo deine Angst ist

Letztlich nimmst du deinen Ängsten ihre Macht, indem du ihnen begegnest. Wenn du Angst hast, vor Publikum zu reden, wirst du sie erst dann besiegen, wenn du tatsächlich vor Publikum gesprochen hast. Dort wo die Angst ist, ist auch unser Wachstum! Fang mit kleinen Schritten an, beginne Dinge zu tun, die du bisher nicht getan hast und die ausserhalb deiner Gewohnheiten liegen. Du wirst merken, dass Mehr möglich ist, als du gedacht hast! So baust du Schritt für Schritt das Vertrauen auf, dass Angst nicht bedeutet, dass du etwas nicht tun sollst, sondern dass sie einfach eine Reaktion ist, die uns oft nicht weiterbringt.

Danach, wirst du dir denken: „War ja gar nicht so schlimm.“ Das nächste Ziel ist es, diesene Mechanismus zu einer Routine werden zu lassen und Angst mit Wachstum zu verbinden. So kannst du Angst schließlich als etwas leben, das sich vielleicht unangenehm anfühlt, was dich aber weiterbringt. Mut bedeutet ja nicht, keine Angst zu haben, sondern die Dinge zu tun, die man möchte, auch wenn man Angst hat.

 


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Jens Wolff

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Ich bin eingetragener Lebens- und Sozialberater, Coach und Trainer in Wien und im Raum Salzburg. Für ein unverbindliches Gespräch melde dich gerne bei mir!

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