Resilienz: Der Weg zur inneren Stärke – so kannst du sie lernen

Was ist Resilienz und wie hilft sie dir?

Resilienz – der Schlüssel zur inneren Stärke

So lernst du, schwierige Situationen besser zu bewältigen.

Im Alltag treffen wir immer wieder auf Menschen, die nichts aus der Bahn zu werfen scheint. Sie beweisen Stärke und Mitgefühl, wenn sie ein Schicksalsschlag ereilt. Sie lernen sogar daraus und wachsen daran. Sie sehen nicht nach hinten und oft scheint es so, als würden sie mit jeder Niederlage stärker. Entschlossenheit ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die wir im Coaching stärken. Und das Erste, was wir entschlossen tun müssen, ist Ordnung in unser Hirn zu bringen und sich zu überlegen, was wir wollen.

Was unterscheidet diese Menschen von jenen, die mit Schicksalsschlägen hadern oder sogar daran zerbrechen? Das Zauberwort lautet: Resilienz. Die gute Nachricht vorweg: Resilienz ist nicht etwas Angeborenes. Resilient zu sein, kann jeder lernen.

 

Was ist Resilienz?

Resilienz ist die innere Stärke, die es Menschen ermöglicht, ohne langfristige Beeinträchtigung, Niederlagen oder Lebenskrisen zu bewältigen. Resiliente Menschen erholen sich erstaunlich schnell von extremen Stresssituationen und gehen gestärkt aus ihnen hervor. Sie sind psychisch stark, richten ihren Fokus auf ein Ziel, denken positiver und geben sich nicht so schnell auf wie andere.

Einer der ersten Studie, die sich mit Resilienz beschäftigt hat, stammt aus den1950er Jahren. Die amerikanische Psychologin Emmy Werner hat in ihrer Langzeitstudie 700 Kinder der hawaiianischen Insel Kauai begleitet – und zwar den kompletten Geburtsjahrgang 1955 von der Geburt an für die Dauer von 40 Jahren.

30 Prozent dieser Kinder sind in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen. Entweder waren sie sehr arm oder kamen aus Familien, in denen ständig gestritten wurde oder die Eltern sogar psychisch krank waren. Die Psychologin Emmy Werner widerlegte die Annahme, dass sich Kinder aus Risikofamilien schlecht entwickeln. Denn das Studienergebnis zeigte, dass ein Drittel dieser Kinder erstaunlich gut heranwuchsen. Diese Kinder waren resilienter als die anderen. Die Ursache für ihre Resilienz lag vor allem daran, dass sie früh lernen mussten, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Zudem hatten sie außerhalb der Familie eine Bezugsperson, die ihnen Halt gab und als Vorbild diente. Auch der Charakter spielte eine Rolle: Die resilienten Kinder waren positiv zum Leben eingestellt und offen zu anderen Menschen und neuen Situationen. Diese Kinder konnten im erwachsenen Alter ihr Leben in eine positive Richtung lenken.

 

Resilienz kann man lernen

Die unterschiedlichsten Situationen können uns seelisch belasten. Man unterscheidet zwischen Misserfolgen, wie zum Beispiel die Gehaltserhöhung, die wir wieder nicht bekommen haben und Schicksalsschlägen, wie der Tod einer geliebten Person oder Krankheiten. Aber wann ist eine Niederlage überhaupt eine solche? Das bestimmen wir ganz alleine. Gehaltserhöhung nicht bekommen? Denkst du jetzt: „Verdammt, schon wieder nicht. Ich bin so ein Loser. Wie soll ich das meiner Familie sagen? Mein Chef ist ein Idiot, der meine Leistungen nicht anerkennt….“ Und die Abwärtsspirale der Negativgedanken beginnt. Wohin führt dich das? Du suchst die Schuld bei anderen. Verfällst in Selbstmitleid und dein Ziel rückt immer weiter weg.

Was wäre eine bessere Frage in so einer Situation? Zum Beispiel „Was kann ich daraus lernen?“ „Was kann ich nächstes Mal besser machen?“. Oder sogar: „Was ist gut daran?“
Der erste Schritt zu mehr Resilienz ist, unsere Einstellung zur Situation zu prüfen. Stellen wir uns die richtigen Fragen? Verwenden wir die richtige Sprache? Oder schwächen wir uns mit negativen Glaubenssätzen?

Ereignisse, die aus dem „Außen“ kommen wie Todesfälle, Krankheiten und Verluste können wir nicht beeinflussen. Aber wir können entscheiden, wie wir mit ihnen umgehen.

 

Eine der letzten menschlichen Freiheiten ist, seine Einstellung unter welchen Umständen auch immer frei wählen zu können und einen eigenen Weg wählen zu können.

(Viktor Frankl, Neurologe & Psychiater)

 

So absurd es klingen mag, auch bei schweren Schicksalsschlägen sollten wir uns zuerst fragen, was das Gute daran ist. Dann gilt es, nicht in selbstschädigende Gedanken zu verfallen. Negative Gedanken, die wir oft genug wiederholen, werden für unser Gehirn zur Realität und wir richten schließlich unser Handeln nach ihnen aus.

Denke immer daran, dass deine Glaubenssätze wie die Software für einen Computer sind. Du wiederholst sie pausenlos und programmierst so dein System. Wenn du dich für schüchtern hältst und dir das oft genug wiederholst, wirst du es schließlich auch glauben. Du hast dann einen entscheidenden Schritt gesetzt. Du hast nämlich einen Teil deiner Identität, deines Selbstbildes geschaffen. Nun sind wir Menschen durchwegs Rechthaber und mögen es nicht, wenn wir uns irren. Wenn ich davon ausgehe, ich bin schüchtern, dann muss ich mich auch entsprechend verhalten, denn sonst würde ich bald merken, dass ich mich geirrt habe.

So entsteht aus einem Glaube eine Identität und aus der Identität schließlich das Handeln. Glücklicherweise funktioniert das auch in die andere Richtung.

Übernimm Verantwortung für deine Reaktion und dein Handeln und verlasse die Opferrolle. Sorge dabei für dich selbst und lass dich nicht fremdbestimmen. Glaube an deine Kompetenzen, greif auf deine Ressourcen zurück, entwickle realistische Ziele, habe den Fokus auf das Positive und das Große Ganze und betrachte Krisen nicht als unüberwindbar.

 

Tipps für mehr Resilienz in deinem Leben

 

  • Schaffe dir ein Ziel und schau in die Zukunft

Hat man ein Ziel abseits der Krise, hilft das, um schneller wieder auf die Beine zu kommen. Ein höheres Ziel motiviert uns, die Dinge in die Hand zu nehmen und sich nicht von der Krise unterkriegen zu lassen. Denn Resilienz hat auch damit zu tun, wie sehr wir an einer Sache dranbleiben. Stell dir dein Ziel mit allen Sinnen vor. Du musst es nicht nur sehen, am besten kannst du es auch spüren und riechen. Menschen, die unter schrecklichen Umständen eingesperrt waren, erzählen oft, sie hätten nur überlebt, weil sie von der Zukunft geträumt hätten und von all den Dingen, die sie noch unbedingt erleben wollten.

 

  • Lass die Vergangenheit verblassen

Genauso wie du dir die Zukunft bunt und lebendig vorstellen kannst, lass die Vergangenheit langsam ausklingen. Du kannst ihr in deiner Vorstellung auch die Farben nehmen. Sie wird grau oder schwarz-weiß und das macht sie schwächer. Probier es aus!

 

  • Bleib positiv und bewahre deinen Humor

Nach einem Schicksalsschlag kannst du deinen Emotionen freien Lauf lassen. Ängste, Wut, Trauer: Gib den Emotionen Raum anstatt sie einzusperren. Aber verharre nicht ewig darin und werde dir deiner Gedanken bewusst. Sind sie alle negativ und konzentrieren sie sich auf das Problem oder bist du positiv gestimmt und denkst bereits an die Lösung und an dein höheres Ziel?

 

  • Greif auf deine Ressourcen zurück

Wie hast du bist jetzt Krisen bewältigt? Wer oder was hat dir dabei geholfen? Alle Menschen haben Ressourcen, auf die sie zurückgreifen, die ihnen Kraft und Halt geben. Das kann ein wichtiger Mensch in deinem Leben sein, deine Familie, aber auch Charaktereigenschaften. Werde dir bewusst, was dir in Krisensituationen immer geholfen hat, um da wieder hinaus zukommen.

 

  • Meditiere und räume in deinem Geist auf

Wenn du schon andere Artikel gelesen hast, ist dir vielleicht aufgefallen, dass ich ein großer Fan von Meditation bin. Seit inzwischen über 20 Jahren. Meditation hilft dir, Ordnung im Oberstübchen zu halten. Wenn ich zu dir nach Hause komme und das Wohnzimmer schwarz ausmale, würdest du vermutlich nicht allzu lange warten, um es mit einer schöneren Farbe zu übermalen. Aber viele Menschen behalten sich schlechte Erinnerungen im Geist und sehen sie sich täglich an, statt sie auszumisten.

 

  • Übernimm Verantwortung

Nach einer Krise warten viele Menschen darauf, dass etwas von außen geschieht, damit die Situation wieder besser wird. Wenn dich etwas aus der Bahn wirft, muss dir klar sein, dass du die Dinge selbst wieder richten musst. Sonst tut es nämlich keiner. Übernimm daher Verantwortung über dich selbst. Wer die Kontrolle hat, kommt auch schneller an sein Ziel. Denk daran: Nicht die Krise überwältigt dich, du bewältigst die Krise!

 


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Jens Wolff

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