Meditation lernen und trainieren - kombiniert mit Coaching

Meditation lernen und trainieren

Eine Frau sitzt am Strand im Schneidersitz und schaut aufs Meer

Meditation lernen – das Coaching-Tool

 

Viele Menschen denken beim Wort Meditation immer noch an schwebende Gurus in orangen Gewändern. Dabei ist Meditation im Alltag etwas ganz anderes. Ich begann im Alter von 21 Jahren zu lernen, wie man meditiert, weil ich unruhig war und in meinem Leben nichts so wirklich voranging, wie ich es mir vorgestellt hatte. Unruhe und Unzufriedenheit schaukelten einander auf. Tief in mir wusste ich, dass ich etwas ändern musste und dass ich es irgendwie schaffen musste, meinen Geist unter Kontrolle zu bekommen.

Ich probierte es zuerst mit dem Schachspielen, weil ich als Kind oft gespielt hatte und es schon damals für mich anstrengend war, ruhig zu sitzen und zu denken. Mit dem Schachcomputer ging es mir auch gleich besser. Aber das konnte nicht die Lösung sein. Denn plötzlich dachte ich nur noch an Schach. Wenn ich den Kühlschrank öffnete, sah ich eine Orange und dachte: “Oh, die kann ich jetzt nicht nehmen, der Apfel deckt (beschützt) sie.” Kein Witz, das passierte mir mehr als einmal.

Also war die Meditationspraxis an der Reihe. Ich war sehr skeptisch, aber in meinem Meditationsbuch war ganz klar beschrieben, warum es mir bald besser gehen sollte. Also kniete ich mich bei Sonnenaufgang auf meinen Polster und probierte verschiedene Meditationstechniken aus. In eine Kerze zu schauen, um sie dann mit geschlossenen Augen zu visualisieren zum Beispiel. Mit Mantren meditieren, sprich, ein Wort im Kopf zu wiederholen – ohne Unterbrechung. So ganz war das aber noch nicht mein Weg zu meditieren, wobei ich schon bemerkte, dass ich dadurch ruhiger wurde.

Nach einer Weile kam ich schließlich zu einer ganz einfachen Form der Meditation, bei der es “nur” darum geht, nichts zu tun. Jeder, der das schon einmal versucht hat, weiß, dass das nicht so einfach ist. Auch ich hatte anfangs meine Schwierigkeiten. Ich setze mich hin und nach 30 Sekunden begann ich zu überlegen, was ich heute noch einkaufen musste, ob das Gas abgedreht war usw…. Meditieren lernen braucht einfach seine Zeit und ein Meditationsexperte wurde ich erst viel später 🙂

 

Meditation für Anfänger

Wenn ich einem Gedanken nachgebe, merke ich das nicht sofort. Erst wenn ich dann die dritte oder vierte Kurve genommen habe und geistig schon im Supermarkt an der Kassa stehe, fällt mir auf: “Oje, wieder weg von der Meditation.” Und dann kommt das Wichtigste, das du beim Meditieren lernst. Nämlich, dass du dich sanft (und das ist ganz wichtig) in das Jetzt zurückholst. Lass die Gedanken einfach wieder ziehen. Ein schönes Bild dazu sind Wolken, die am Himmel vorbeiziehen. Du siehst ihnen nach, aber lässt sie weiterziehen statt zu versuchen, sie festzuhalten. Man sagt auch, diese Gedanken sind wie Besucher, die an deine Haustüre klopfen. Du öffnest ihnen die Türe, aber bittest sie nicht hinein.

Nach einiger Zeit beginnen sich zwischen den Gedanken kurze Momente des Nicht-Denkens einzuschleichen. Du bemerkt sie meistens erst dann, wenn sie zu Ende gehen, weil du wieder einer Ablenkung zum Opfer gefallen bist. Und im Lauf der Jahre werden diese Nicht-Denken-Momente immer länger. Meditation ist ein fortlaufendes Spiel von Nicht-Denken, Denken, Zurückholen. Aber man kann Mediation Schritt für Schritt lernen und man sollte sich beim Meditationstraining ja nicht unter Druck setzen oder stressen.

 

Meditationsübungen als Coaching-Technik

Interessant dabei ist, dass du das sanfte Zurückholen, das du bei der Meditation lernst, unbemerkt in den Alltag mitnimmst. Du wirst konzentrierter und auch sanfter zu dir selbst. So kann die tägliche Meditationspraxis zu einer Coaching-Technik werden, die man für sich selbst perfektioniert.

Durch Meditation und auch durch Achtsamkeitsübungen wirst du ruhiger und es wird dir bewußter, was dein Geist (oder Hirn, wie man möchte) gerade tut. Oder eben nicht tut. Der Zustand von Ruhe wirkt sich auf deine Entscheidungen aus. Wir wissen alle, dass man in nervösen oder sorgenvollen Momenten keine guten Entscheidungen trifft. Je besser deine Entscheidungen sind, desto besser wird dein Leben verlaufen.

Wenn du täglich meditierst, machen sich Veränderungen sehr schnell bemerkbar. Man sagt, es dauert drei Wochen, bis unser System eine neue Gewohnheit ganz integriert hat. Das ist auch meine Erfahrung, ab dem 22. Tag ist es viel leichter, der Körper fragt sozusagen danach.

Ich wünsche dir gutes Gelingen beim Meditieren lernen!

 


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