Achtsamkeit macht entspannt, glücklich und gesund

Achtsamkeit wird immer wichtiger

Achtsamkeit lernen

Achtsamkeit – entspannt, glücklich und gesund mit nur einer Verhaltensänderung

Mit nur einer kleinen Verhaltensweise ein entspannteres, glücklicheres und gesünderes Leben führen – ganz schön große Versprechungen, nicht wahr? Doch genau das ist es, was wir durch Achtsamkeit erreichen können.

Natürlich hat die Sache einen Haken: Wenn es so einfach wäre, würde es ja jeder tun und wir hätten alle nur selten mit Stress, Überforderung und Erschöpfung zu kämpfen. Damit du zu den Glücklichen gehören kannst, die Achtsamkeit für sich nutzen, erfährst du in diesem Artikel, was es mit dieser uralten Technik auf sich hat – und welche eine Sache du dabei unbedingt vermeiden solltest. Viel Spaß dabei!

Die Eile von einer Minute zur nächsten und was das mit unseren Gefühlen macht

Kennst du den Film „The Circle“? Die Hauptfigur Mae arbeitet stolz und engagiert für das gigantische Circle-Unternehmen, das die neuste Technik auf den Markt bringt. In ihrer ersten Arbeitswoche sitzt sie motiviert an ihrem Schreibtisch und beantwortet auf einem Bildschirm die Anfragen ihrer Kunden.
Nach kurzer Einarbeitungszeit steht eines Morgens ein zweiter Bildschirm daneben. Mit dessen Hilfe kämpft Mae um ihr Ranking (ihren Punktestand) in den sozialen Netzwerken – denn „Teilen ist Heilen“, so der Slogan des Unternehmens. Ein dritter, vierter und fünfter Bildschirm tauchen in den nächsten Tagen an ihrem Arbeitsplatz auf. Mittlerweile trägt Mae auch ein Headset, über das sie in den Sekundenpausen zwischen zwei Aufträgen eine Umfrage beantwortet – natürlich alles ganz freiwillig.
Jede Minute ist durchgeplant, jede freie Sekunde wird im Multitasking genutzt, um die nächste Aufgabe zu erledigen.

Das Gegenteil von Achtsamkeit

Hast du dich wiedererkannt? Die meisten von uns besitzen ein Smartphone, einen Laptop oder Rechner, einen Mp3-Player oder iPod, haben vielleicht sogar das Tablet in der Tasche und das Diensthandy gleich daneben. Wir loggen uns noch vor dem Frühstück bei Facebook ein, diktieren in der Bahn unsere Geschäftsbriefe und checken fünf- oder siebenmal am Tag unsere E-Mails.
Erinnerst du dich noch daran, was du gestern Abend gegessen hast? Oder woran du beim Zähneputzen gedacht hast? Wahrscheinlich nicht. Ähnlich geht es uns, wenn wir über Vergangenes grübeln oder uns Sorgen über die Zukunft machen: Wir planen beim Aufstehen schon das Frühstück, beim Frühstück schon den Arbeitsweg, wir sind immer einen Schritt voraus – überall, nur nicht im Jetzt.

Multitasking-Mythos und Gefühlskälte

Gern sprechen wir dabei von Multitasking, doch Studien haben gezeigt, dass das ein Mythos ist. Unser Gehirn verabeitet nicht wirklich zwei Dinge zur gleichen Zeit, sondern springt blitzschnell zwischen unseren Aktivitäten hin und her. Klingt anstrengend? Das ist es auch.
Die Folge: Am Abend sind wir völlig erschöpft. Wir blicken auf den Tag zurück und können uns kaum an wertvolle Momente erinnern. Die Zeit vergeht zu schnell, und was bleibt ist ein Gefühl von „Irgendwas ist ja immer.“ Alle anderen Gefühle kommen zu kurz. Echte Lebensfreude oder wirkliche Verbundenheit mit anderen Menschen wird zum Luxusgut.
So viel zur Negativ-Vision … Jetzt lass uns schauen, wie sich dein Leben durch mehr Achtsamkeit verändern kann.

Achtsamkeit – Was bedeutet das eigentlich?

Achtsam zu sein heißt, ganz aufmerksam im Moment zu sein, ohne irgendetwas zu bewerten. Darin liegt auch gleich die Abgrenzung zur Meditation: Beim Meditieren geht es (in vielen Fällen) darum, eine innere Stille oder Leere herzustellen, um Ruhe zu finden; achtsam hingegen können wir immer sein, egal welcher Gefühlssturm gerade in uns tobt.
Das Prinzip der Achtsamkeit ist sehr alt und kommt aus der buddhistischen Lehre. Bekannt wurde es in der westlichen Welt erst durch Jon Kabat-Zinn. Er brachte die buddhistische Tradition mit der modernen Medizin in Verbindung und nannte das Ergebnis Mindfulness-Based Stress Reduction – also Stressreduzierung durch Achtsamkeit.
Achtsam sein heißt, nicht zu werten
Warum also können wir ein entspannteres Leben führen, indem wir achtsam sind? Weil ein Großteil unserer Stressgefühle aus der Bewertung entsteht: Ich bin spät dran und völlig gestresst – aber nicht, weil ich mich tatsächlich in einer lebensbedrohlichen Situation befinde; sondern weil ich im Kopf bereits bei den Konsequenzen meines Zuspätkommens bin und meine Situation negativ bewerte:

  1. Beispiel:
    „Ist ja typisch für mich, dass ich es wieder mal nicht pünktlich geschafft habe. Immer passiert das mir. Jetzt ist mir die doofe Bahn auch noch vor der Nase weggefahren. Und es fängt an zu regnen, klasse. Ich hätte einfach früher fertig sein müssen …“
    Im Kopf eines achtsamen Menschen könnte stattdessen folgender Monolog ablaufen:
  2. Beispiel:
    „Schau an, jetzt ist es schon später, als ich erwartet hatte. Da vorn ist meine Bahn – sie fährt los. Ich fühle mich gestresst – das ist in Ordnung. Ich warte jetzt hier auf die nächste Bahn. Oh, es regnet.“

Nicht die Situation hat sich verändert, sondern der Umgang damit. Hmm, wirst du nun vielleicht sagen, ich bin aber eben nicht immer entspannt und ausgeglichen. Richtig – und genau in dieser Aussage liegt der große Fehler, den du im Achtsamkeitstraining vermeiden solltest.

Achtsamkeitstraining und der größte Fehler beim Thema Achtsamkeit

Wie funktioniert das nun genau mit der Achtsamkeit? Tatsächlich ist es ganz einfach: Du kannst sofort mit deinem Achtsamkeitstraining beginnen, indem du dir nur 60 Sekunden Zeit nimmst, um dir deiner selbst und deiner Umgebung bewusst zu werden. Dafür brauchst du keine besonderen Voraussetzungen und es ist egal, wo du bist und was du tust. Du schaust dich einfach bewusst um, hörst auf die Geräusche in deiner Nähe oder nimmst deinen Atem wahr.

Die Herausforderung dabei

Du wirst schnell merken, dass 60 Sekunden plötzlich ziemlich lang scheinen – und dass diese Minute der Erholung dir wahrscheinlich sehr gut tut. Die Herausforderung ahnst du schon: Schnell holt der Alltag uns wieder ein und setzt uns zurück auf Autopilot. Wie bleibst du also achtsam? Dafür bekommst du gleich ein paar Tipps, die dich auf dem richtigen Kurs halten.

Vorher aber noch eine Warnung, damit du die positiven Effekte der Achtsamkeit wirklich genießen kannst und sie nicht durch diesen einen Fehler zerstörst.

Der größte Fehler: Achtsamkeit erzwingen wollen

Achtsamkeit ist das Gegenteil von Zwang. In dem Moment, in dem du dich zwingst, mit der Bewertung aufzuhören, bist du nicht mehr achtsam – denn dann bewertest du. Klingt das verwirrend? Lass uns dazu ein Beispiel ansehen:

Beispiel eines nicht-achtsamen Menschen:

„Ich bin so wütend. Ich sollte nicht wütend sein. Nein, ich soll ja meine Gefühle nicht bewerten. Also ist es okay, dass ich wütend bin. Ich finde es aber nicht okay! Ich will ein freundlicher, ruhiger Mensch sein! Wütend sein passt nicht zu mir. Aber halt, ich soll nicht bewerten … Ich sollte denken, dass es in Ordnung ist, wenn ich wütend bin. Tue ich aber nicht!“ und so weiter …

Das Gegenbeispiel der achtsamen Gedanken dazu:

„Oh, oh, da ist eine ganz schöne Wut in mir. Die fühlt sich richtig groß und gemein an. Ich will gar nicht so wütend sein. Ich habe einen richtigen Widerwillen gegen diese Wut. Das ist in Ordnung. Ich darf widerwillig sein. Es entspannt mich, das zu dürfen. Wütend bin ich immer noch. Mein Herz schlägt schnell und meine Hände zittern. So fühlt sich also meine Wut an. Wo ist denn der Widerwille hin?“

Lass mich die Grundlage der Achtsamkeit noch einmal wiederholen: den Moment bewusst wahrnehmen, ohne zu bewerten. Selbst wenn du dich beim Bewerten erwischst – nimm dies zur Kenntnis und dann lass die Bewertung der Bewertung los.

Profi-Tipps fürs Achtsamkeitstraining

  1. Benenne deine Gefühle anstatt sie zu unterdrücken. Sage zu dir: „Oh ja, ich bin ziemlich traurig. Und ich habe Angst. Das ist okay. Ich darf mich so fühlen.“
  2. Nutze Situationen, in denen du warten musst (Kassenschlange etc.) für deine Achtsamkeitsübungen. So wird die langweilige Wartezeit sinnvoll und du kannst sie vielleicht sogar genießen.
  3. Verbinde deine Achtsamkeitsübungen mit einem Geräusch, das du häufig hörst. Entscheide dich zum Beispiel für den SMS-Ton deines Handys, den Sound eines neuen E-Mails oder das Zwitschern eines bestimmten Vogels – und lege dann jedes Mal 30 Sekunden Achtsamkeitszeit ein.
  4. Genieße es, in deiner Zeit der Achtsamkeit nichts falsch machen zu können – denn du bewertest ja nicht. Wir sind alle darauf konditioniert, dass wir nur durch Willenskraft und Anstrengung etwas im Leben erreichen. In deiner Achtsamkeit brauchst du dich für nichts anzustrengen. Du darfst einfach nur sein und es genießen.

Wozu jetzt das Ganze? Wie Achtsamkeit dein Leben verbessert

Wenn du dir nur ein- oder zweimal am Tag eine kurze Zeit der Achtsamkeit gönnst, wirst du feststellen, in welchem Gegensatz diese Zeit zum Rest deines Tages steht. Dann erwacht ganz natürlich der Wunsch, mehr von dieser Erholung zu haben. Herzlichen Glückwunsch! Du bist auf dem besten Weg, ein gesünderes, glücklicheres und entspannteres Leben zu führen.

Studien haben gezeigt, dass Achtsamkeit unter anderem …

… Stress und Angst reduziert,
… Bluthochdruck entgegenwirkt,
… Schmerzen mindern kann,
… Menschen glücklicher und ausgeglichener macht,
… ein aufbrausendes Temperament beruhigen kann,
… es Menschen ermöglicht, klarer Grenzen zu setzen,
… mehr Lebensfreude erzeugt,
… Beziehungen verbessert und
… das Selbstvertrauen steigert.

Hinzu kommt, dass du – je achtsamer du wirst – genauer wissen wirst, was dir wichtig ist und was du willst. Du kommst aus der Passivität und steuerst aktiver dein Leben. Natürlich in die Richtung, die dir gut tut.
Einige Minuten am Tag für Achtsamkeitsübungen einzuplanen, lohnt sich also – und die Schlange im Supermarkt kann dadurch sogar zum Luxus werden.

Umsetzung, Coaching & Buchtipp

Sollte dir die Umsetzung dennoch schwer fallen, biete ich dir im Coaching verschiedene Tools an, mit denen du deine Achtsamkeit trainieren kannst. Melde dich bei mir!

Zum Abschluss möchte ich dir noch einen Buchtipp mit auf den Weg geben. Der Pfad des friedvollen Kriegers von Dan Millman war das erste Buch, das ich zum Thema Spiritualität gelesen habe. Das war vor 22 Jahren, und es hat jedenfalls mein Leben verändert. Es zeigt das Prinzip der Achtsamkeit auf eine ganz besondere Weise, die dir bei der Umsetzung helfen wird.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei – und genieße deine Zeit der Achtsamkeit!

 


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Jens Wolff

Jens Wolff

Ich bin eingetragener Lebens- und Sozialberater, Coach und Trainer in Wien und im Raum Salzburg. Für ein unverbindliches Gespräch melde dich gerne bei mir!

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Fon: 0676-559 22 23
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