4 Tipps zur Verbesserung der Kommunikation

4 Tipps für Kommunikation

Was macht gute Kommunikation aus?

Kommunikationstraining: WIE du sprichst sagt mehr als WAS du sagst

Oft denkt man bei den Schlagwörtern „Verbesserung der Kommunikation“ und „Gesprächsführung“ an typisches Karriere-Coaching oder diverse Trainings im beruflichen Umfeld.  Was wir uns im Folgenden ansehen, gilt aber für jedes Gespräch. Gerade in der Partnerschaft haben wir die Tendenz, uns nicht konkret auszudrücken. Im Gespräch mit deinem Partner ist die Art, wie du etwas sagst, von großer Bedeutung.

Die Worte selbst können je nach Klangfarbe, Lautstärke, Redegeschwindigkeit und Tonhöhe in ihrer Aussage stark variieren und deinem Gegenüber völlig Unterschiedliches suggerieren. Wieviel Prozent der Kommunikation über die Aussprache und die Körpersprache und wieviel über den Inhalt läuft, darüber wird gestritten.

Einen Konflikt mit deinem Partner kannst du sachlich und ohne emotionales Hochkochen ausreden, wenn du dir der Wirkung deiner Stimme bewusst wirst. Wenn man die Kommunikation trainiert und somit verbessert, kann eure Beziehung auf lange Sicht harmonischer und für euch beide produktiv statt defensiv sein. Studien zeigen, dass Paare eher zusammenbleiben, wenn sie ihrem Partner im Streit mit Respekt und Akzeptanz begegnen. Genau das sieht man an der Art, wie sie miteinander sprechen, selbst wenn es einmal heiß hergeht.

Mehr Achtsamkeit in dein Leben bringst du, wenn du deine eigenen Muster erkennst. Und eines davon ist deine ganz individuelle Art zu sprechen. Diese umfasst deine Ausdrucksweise (Wortwahl) und die folgenden vier Faktoren:

Vier Tipps für die Verbesserung der Kommunikation

Tipp 1: Verstehe dein Gegenüber und tauche in seine Welt ein.

Es gibt eine Geschichte über Richard Bandler, einen der Gründer des NLP. Angeblich wurde er in eine psychiatrische Klinik zu einem jungen Mann gerufen, der von sich behauptete, er sei Jesus. Zuerst fragte Bandler den Kranken nach ein paar Gegebenheiten aus der Bibel, und dieser wusste anscheinend, wovon er sprach.

Bandler wollte aber nicht aufgeben und kam ein zweites Mal, diesmal besser vorbereitet. Als ihn der junge Jesus wieder als einen Jünger empfing und nicht davon zu überzeugen war, dass er im Jahr 2000 lebte, klatschte Bandler in die Hände und seine zwei Gehilfen kamen in den Raum. Es waren zwei kräftige Burschen mit Tischlerwerkzeug und zwei großen Balken. Die Männer machten sich daran, daraus ein großes Kreuz zu zimmern.

Als der angebliche Jesus Angst bekam, beruhigte ihn Bandler: „Jesus wird das überleben, das wissen wir ja schon.“ Als das Kreuz fertig war und die Jungs sich auf den Patienten zu bewegten, gab dieser seine Tarnung auf und brüllte Bandler an, was für ein brutaler Typ er sei. Damit hatte er sicher auch ein wenig Recht. Was uns diese Geschichte aber zeigt, ist, was man erreichen kann, wenn man sich auf die Welt, auf die Landkarte des anderen einlässt, ohne sie zu beurteilen.

Wie du dich wirklich auf deinen Gesprächspartner einlässt

Sei bemüht, aufmerksam zuzuhören und zu verstehen, was den anderen beschäftigt. Dass du dich auf ihn einlässt, heißt noch nicht, dass du auch alles gutheißen musst – aber ein Perspektivwechsel kann nicht nur Konflikte entschärfen, sondern auch Beziehungen stärken und Vertrauen schaffen.

In einem Streit bist du vielleicht im ersten Moment gar nicht daran interessiert, den anderen zu verstehen – insbesondere, wenn es bereits Verletzungen gegeben hat. Dann hilft es, wenn du wieder achtsam für dich selbst wirst und dir bewusst machst, dass die Wahrnehmung des anderen erst einmal nichts mit dir zu tun hat. Dennoch wirst du besser auf ihn eingehen können, wenn es dir gelingt, die Dinge aus seinem Blickwinkel zu sehen.

Du übernimmst so auf achtsame, respektvolle Weise die Kontrolle über das Gespräch und hast die Chance, wieder eine gemeinsame Basis herzustellen. Und: Aus jeder Ansicht, wie fern sie deiner eigenen auch sein mag, kannst du etwas lernen!

Tipp 2: Trainiere deine Stimme – auch in Konflikten.

Stimmtraining kennst du vielleicht bereits aus beruflichen Zusammenhängen. Tatsächlich ist es aber für jeden Lebensbereich nützlich: Wie viel überzeugender und deutlicher kannst du deine Meinung äußern, wenn deine Stimme fest, klar und kraftvoll klingt? Die Art, wie du sprichst, sagt viel über deine Gesundheit und Energie aus. Daher wirken der Klang und die Kraft deiner Stimme unmittelbar auf deinen Gesprächspartner und sorgen dafür, dass er dir aufmerksam zuhört.

Die 3 % und die 97 % – welchen Teil nutzt du?

Auf eine exakte Zahl werden die Studien sich wahrscheinlich nie wirklich einigen können. Unterm Strich können wir aber davon ausgehen, dass nur ein winziger Teil unserer Kommunikation tatsächlich aus dem besteht, was wir sagen. Der Rest ist das wie und setzt sich zusammen unter anderem aus unserer Körpersprache, unserer Stimme, unserer Mimik, aus Tonfall, Tonhöhe, Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke und so weiter.

Ist es nicht interessant, dass wir dennoch an Schule und Universítät am meisten über Wortschatz, Satzbau und Wortwahl lernen? Ob diese nun 3 % oder 10 % unserer Kommunikation ausmachen – ein Blick auf den weitaus größeren Teil lohnt sich allemal.

Gefühlvoll sprechen schafft Authentizität.

Mit unserer Stimme drücken wir unsere Gefühle aus, was aus zwei Gründen wichtig ist. Erstens erzeugen wir bei unserem Zuhörer Interesse und Einfühlungsvermögen. Hast du schon mal einem Vortrag gelauscht, der leiernd und monoton heruntergerasselt wurde? Ich wette, dein Interesse war nicht riesig, so spannend auch der Inhalt gewesen sein mag. Außerdem kann unser Gesprächspartner unsere Gefühle besser nachvollziehen, wenn wir die Wut, die Trauer oder die Freude auch in unsere Stimme legen.

Zweitens erzeugt diese Übereinstimmung zwischen unserem Gefühl und unserer Stimme eine spürbare Authentizität: Wenn wir wütend sind und wütend klingen, dann weiß der andere, woran er ist. Wir wirken also – selbst im Streitgespräch – verlässlich und vertrauenswürdig. Das geheuchelte „Alles in Ordnung!“, das triefend vor Sarkasmus vorgetragen wird, zerstört im Gegensatz die Basis für jedes konstruktive Gespräch.

Redest du deinen Gesprächspartner mürbe?

In Stress- und Streitsituationen neigen wir dazu, schneller zu sprechen, vielleicht aus der Angst heraus, unterbrochen zu werden, oder weil uns die Wut überkommt. Wir beginnen zu rasen, lassen unserem Gesprächspartner keine Gelegenheit zu antworten und kommen selbst kaum zum Luftholen.

Verständlich – für unsere Kommunikation aber hinderlich. Denn zum einen hältst du dich selbst davon ab, wirklich zu durchdenken, was du sagen möchtest. Und zum anderen kann dein Gegenüber deinen Ausführungen nur zum Teil folgen, fühlt sich möglicherweise überfahren oder hört dir gar nicht mehr richtig zu.

Gleiches gilt für die Lautstärke, mit der du sprichst. Es gehört zum Wütendsein dazu, auch mal etwas lauter zu werden – wenn du den anderen allerdings nur noch anbrüllst, wird er sich zurückziehen oder verteidigen. In beiden Fällen wird deine Botschaft nicht bei ihm ankommen – und das ist es doch, was du eigentlich willst.

Wie kannst du nun also deine Kommunikation trainieren?

Viel hängt mit deiner Atmung zusammen. Die vergessen wir nämlich leicht, wenn wir uns einmal in Rage geredet haben. Genauso leicht kannst du allerdings deine innere Ruhe wiederherstellen und auch deine Stimme unter Kontrolle bringen, indem du bewusst und tief atmest. Hier erfährst du mehr zum Thema Atmung.

Ein weiteres großes Thema ist Achtsamkeit. Wie sehr nimmst du dich selbst wahr, während du in einen Streit verwickelt bist? Je mehr du auf deine Reaktionen achtest, desto mehr kannst du auch deine Stimme und dein Auftreten beeinflussen. Das ist in der Hitze des Gefechts sicher nicht einfach. Daher spreche ich hier noch einmal ausführlicher über das Thema Achtsamkeit.

Tipp 3: Sprich freundlich mit dir selbst.

Wenn du glaubst, Selbstgespräche seien ein Anzeichen für Verrücktheit, dann schließe nur einmal für zwei Minuten die Augen und versuche, an nichts zu denken. Schnell lernst du den inneren Dialog kennen, der in uns allen die ganze Zeit über abläuft. Wie hört sich dein eigener an? Wertschätzend, liebevoll und bestärkend? Oder doch eher kritisch und zweifelnd?

Wie du mit dir selbst sprichst, wirkt auf dein gesamtes Leben. Glaubst du, dass es für deinen Erfolg eine Rolle spielt, ob du dir Hunderte von Malen am Tag etwas Anerkennendes oder etwas Vernichtendes sagst? Natürlich.

Aber auch an deinen Gesprächen mit anderen Menschen kannst du deine Eigenkommunikation (und ebenso die des anderen) ablesen. Denn wie willst du dauerhaft unterstützend und ehrlich wertschätzend mit jemand anderem sprechen, wenn du dich innerlich selbst nur fertigmachst? Dieser Spagat ist nur sehr schwer möglich.

In diesem Artikel erfährst du, wie du lernst, positiv mit dir selbst zu sprechen, um dadurch dein gesamtes Leben in eine neue Richtung zu lenken.

Tipp 4: Sorge dafür, dass beide auf der gleichen Gesprächsebene kommunizieren.

Vielleicht kennst du bereits das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun. Es besagt, dass wir Nachrichten, die wir von unserem Gesprächspartner empfangen, auf vier verschiedene Weisen wahrnehmen und demnach auch interpretieren können. Hier das typische Beispiel zum besseren Verständnis:

Die Nachricht: „Das Fenster ist offen.“

  • Die Sachebene: Welche Information enthält die Botschaft? In diesem Fall: Das Fenster ist geöffnet.
  • Die Selbstoffenbarungsebene: Was gibt der Sprecher von sich selbst preis? In diesem Fall könnte die Botschaft zum Beispiel sein: „Mir ist kalt.“
  • Die Beziehungsebene: In welcher Beziehung stehen die Gesprächspartner zueinander? Je nach Art der Beziehung könnte hier die Botschaft sein: „Wie schön, dass du daran gedacht hast, zu lüften!“ (positive Beziehung) oder „Du hast schon wieder das Fenster offengelassen und das macht mich wütend!“ (negative Beziehung)
  • Die Appellebene: Was möchte der Sprecher durch seine Nachricht erreichen? In unserem Beispiel vielleicht: „Mach das Fenster zu.“

Du brauchst das Modell nicht zu 100 % zu verstehen – du kannst es dennoch für dich nutzen. Interessant wird es nämlich, wenn wir mit unserem Gesprächspartner auf unterschiedlichen Ebenen kommunizieren. Dann interpretieren einer oder beide möglicherweise eine ganz harmlose Botschaft negativ, was den Konflikt unnötig verschärft.

Wie du beide Gesprächsteilnehmer wieder auf eine Ebene bringst

Wenn du meinst, eine negative Botschaft vernommen zu haben, kann es sich lohnen, einmal ruhig nachzufragen: „Ich habe das Gefühl, dass du mir gerade einen Vorwurf daraus machst. Meintest du das so?“ Oder: „Ich habe dich jetzt so verstanden, dass du wütend bist, weil ich … Stimmt das?“

Selbst wenn die Antwort Ja! lautet, wird eure Kommunikation durch solche Fragen klarer, denn ihr dringt viel schneller zum eigentlichen Kern des Konflikts vor. Außerdem gibst du deinem Gegenüber das Gefühl, dass du ihn (oder sie) siehst und ernst nimmst. Allein dieses Gefühl kann schon manchen Konflikt beilegen.

Die 3 Säulen für deine Gesundheit

Das Thema Kommunikation gehört zu den drei Grundpfeilern, die zusammen die Basis für dein gesundes, motiviertes und erfülltes Leben bilden. Hier erfährst du mehr zu den Pfeilern, auf die ich mein Gesundheitscoaching aufbaue.

Ich wünsche dir wie immer gutes Gelingen bei der Verbesserung deiner Kommunikation und freue mich über dein Feedback!

 


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Jens Wolff

Jens Wolff

Ich bin eingetragener Lebens- und Sozialberater, Coach und Trainer in Wien und im Raum Salzburg. Für ein unverbindliches Gespräch melde dich gerne bei mir!

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Jens Wolff
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