4 Tipps für deine Kommunikation - Jens Wolff

4 Tipps für deine Kommunikation

Eine junge Frau und ein junger Mann unterhalten sich sehr ausdrucksvoll. Professionelles Umfeld, da Dokumente und Kaffe auf dem Holztisch vor ihnen und Post-its an einer Pinnwand im Hintergrund.

Die besten Kommunikations-Tipps

Der Ton macht die Musik – und das Gespräch

WIE du sprichst sagt mehr als WAS du sagst

Oft denkt man bei Kommunikation und Gesprächsführung an Karriere-Coaching oder Trainings im beruflichen Umfeld.  Was wir uns im Folgenden ansehen gilt aber für jedes Gespräch und gerade in der Partnerschaft haben wir die Tendenz, diese Dinge leicht zu vergessen. Im Gespräch mit deinem Partner ist die Art, wie du etwas sagst, von großer Bedeutung. Die Worte selbst können je nach Klangfarbe, Lautstärke, Redegeschwindigkeit und Tonhöhe in ihrer Aussage stark variieren und deinem Gegenüber völlig Unterschiedliches suggerieren. Wieviel Prozent der Kommunikation über die Aussprache und die Körpersprache und wieviel über den Inhalt läuft, darüber wird gestritten.

Einen Konflikt mit deinem Partner kannst du sachlich und ohne emotionales Hochkochen ausreden, wenn du dir der Wirkung deiner Stimme bewusst wirst.  Hierdurch wird eure Beziehung auf lange Sicht harmonischer und für euch beide produktiv statt defensiv sein. Diese Studie zeigt, dass Paare eher zusammenbleiben, wenn sie ihrem Partner im Streit mit Akzeptanz begegnen. Genau das sieht man an der Art, wie sie miteinander sprechen, wenn es etwas zu diskutieren gibt.

Mehr Achtsamkeit in dein Leben bringst du, wenn du deine eigenen Muster erkennst. Und eines davon ist deine ganz individuelle Art zu sprechen. Diese umfasst deine Ausdrucksweise (Wortwahl) und die folgenden vier Faktoren:

Vier Tipps für deine Kommunikation

Verstehe dein Gegenüber und tauche in seine Welt ein

Es gibt eine Geschichte über Richard Bandler, einen der Gründer des NLP, als er in eine psychiatrische Klinik zu einem jungen Mann gerufen wurde, der von sich behauptete, er sei Jesus. Zuerst fragte er ihn nach ein paar Gegebenheiten aus der Bibel und der Mann wusste anscheinend, wovon er sprach, weil er sich dort gut auskannte.

Bandler wollte aber nicht aufgeben und kam ein zweites Mal, diesmal besser vorbereitet. Als ihn der junge Jesus wieder als einen Jünger empfing und nicht davon weg zu bewegen war, dass er im Jahr 2000 lebte, klatschte Bandler in die Hände und seine zwei Gehilfen kamen in den Raum.

Es waren zwei kräftige Burschen, mit Tischlerwerkeug und zwei großen Balken. Einer war länger als der andere und sie machten sich daran, daraus ein großes Kreuz zu zimmern.

Als der Jesus Angst bekam, beruhigte ihn Bandler, Jesus würde das überleben, das wissen wir ja schon. Als das Kreuz fertig war und die Jungs sich auf ihn zubewegten, gab er seine Tarnung auf und brüllte Bandler an, was er für ein brutaler Typ sei. Damit hatte er sicher auch recht.

Was uns diese Geschichte jedenfalls zeigt, ist was man erreichen kann, wenn man sich auf die Welt, auf die Landkarte des anderen einlässt, ohne sie zu beurteilen.

Tipp: Hör zuerst zu und versuche die Welt zu verstehen, in der dein Gesprächspartner lebt. Du kannst sicher etwas davon lernen, auch wenn du das im ersten Moment nicht wahrhaben willst!

Geschwindigkeit

Beide Partner bestimmen, wie schnell sich das Gespräch bewegt. Wenn einer zu „rasen“ beginnt, nimmt er dem anderen die Möglichkeit, ihn wirklich zu verstehen und es bricht die Verbindung. Die brauchen wir aber für eine gute Kommunikation.

Das Unbewusstsein des Anderen sagt dann etwas wie “Er weiß doch, dass mir dass zu schnell ist, er (oder sie :)) geht nicht auf meine Bedürfnisse ein.”

Nicht alle Menschen denken gleich und schon gar nicht gleich schnell. Daher, vergiss nicht eine konstante Geschwindigkeit beizubehalten und zeige deinem Partner damit Respekt und Bereitschaft aufeinander zuzugehen. Du willst schließlich, dass er deinen Standpunkt versteht, oder?

Dabei bleibt dann auch genug Zeit, sich in die Situation des Anderen hinein zu versetzen und Mitgefühl bekommt einen Raum. Dadurch bleibt ihr auf einer Vertrauensebene und es kommt nicht so leicht zu Verletzungen.

Tipp: Während du sprichst, beobachte deinen Partner. Wirkt er gestresst oder gehetzt, schalte einen Gang zurück!

Lautstärke

Wenn du deinen Standpunkt verdeutlichen willst, hilft es nicht, einfach lauter zu werden oder das Gleiche zu wiederholen. Das kennen wir alle aus der Wartschlange an der Hotelrezeption im Ausland.

Laut werden drängt den Anderen in die Defensive oder komplett ins Aus – und er verlässt die Szene. Zu laut zu werden ist eher ein Zeichen für Unbeherrschtheit. Der Kopf wird rot und alles kocht hoch – an eine produktive Konversation ist dann meistens nicht mehr zu denken. Um deine Meinung klar zu machen, werde lieber etwas ruhiger. Nutze diese Kontrolle und mach damit deutlich, was dir an dem Konflikt gerade so zusetzt.

Tipp: Du brauchst nicht monoton beherrscht sprechen, es geht ja darum, seine Gefühle auszudrücken! Versuche dich zu hören und überschreite nicht die Lautstärke, die als agressiv wahrgenommen werden kann.

Klangfarbe und Tonhöhe

Der Klang deiner Stimme sagt viel über dich, deine Gesundheit und deinen momentanen Energielevel aus.

Beobachte dich und hör dir zu: wie klingst du, wenn du fröhlich, angespannt, frustriert, wütend, überfordert, respektlos, uninteressiert, müde bist? Und was davon hat eigentlich gerade mit der Situation zu tun?

Teilst du deinem Partner damit was anderes mit, als was deine Worte sagen? Vielleicht, dass dich das Gespräch langweilt, dass du müde bist nach einem langen Tag? Das führt zu Misstrauen. Schon in der Kommunikation mit Kindern ist Kongruenz extrem wichtig, also das Übereinstimmen von Inhalt und Form. Hier ein guter Buchtipp dazu: amazon.de.

Die Stimme als Fassade

Menschen verstecken sich gerne hinter ihrer Stimme, weil sie Angst davor haben oder es nicht gewöhnt sind, ihre Gefühle  zu zeigen. Die Stimme kann man leicht verstellen, authentisch wirkt das aber nicht und für den Partner wird es verwirrend.

Eine hohe Stimmlage lässt auf Unreife und defensives Verhalten schließen. Dein Partner hat dann Mühe, dir zu vertrauen, weil er nicht weiß, woran er ist, und auch nicht, ob du ihm vertraust.

Auch Aufregung lässt die Stimme in die Höhe schnellen und bringt dein Gegenüber ebenso in Unruhe wie dich selbst. An eine ruhige Gesprächsbasis ist dann kaum mehr zu denken.

Schau also dass du dich in einem Rahmen bewegst, der sich nicht zu weit von deiner entspannten Stimmlage entfernt. Das spart dir Nerven und lässt die Gefühle nicht Achterbahn fahren.

Tipp: Konzentriere dich auf deine Atmung, atme in den Bauch und spüre, ob sich deine Stimme “warm” anfühlt. Beginne deine Stimme bewusst einzusetzen und beobachte den Effekt – du wirst überrascht sein, was solche feinen Unterschiede auf zwischenmenschlicher Ebene verändern können.

Ich wünsche dir wie immer gutes Gelingen und freue mich über dein Feedback!